Datenstudie · Erbe
Wie oft wird in Deutschland ein Haus zwangsversteigert?
Herausgegeben von Wohin mit dem Elternhaus
2025 gingen bei den deutschen Vollstreckungsgerichten 28.537 neue Verfahren zur Zwangsversteigerung von Grundstücken, Häusern und Wohnungen ein. Das sind 9,4 % mehr als 2024, aber nur ein Drittel des Werts von 2007 mit 82.870 Verfahren. Teilungsversteigerungen, mit denen ein Miterbe die Erbengemeinschaft auflösen kann, weist die Statistik nicht gesondert aus.
Was sind die wichtigsten Zahlen?
- 2025 gingen bei den Amtsgerichten als Vollstreckungsgerichten 28.537 neue Verfahren zur Zwangsversteigerung unbeweglicher Gegenstände ein. Amtlich.1
- 2024 waren es 26.085 Verfahren, der Anstieg beträgt 2.452 oder 9,4 %. Seit dem Tiefstand 2022 mit 21.389 Verfahren steigt die Zahl wieder. Eigene Rechnung.
- 2007 lag die Zahl noch bei 82.870. Bis 2022 ist sie auf ein Viertel gesunken. Eigene Rechnung.
- Die meisten Verfahren hatte 2025 Nordrhein-Westfalen mit 7.284, gefolgt von Baden-Württemberg mit 3.700 und Bayern mit 3.190. Amtlich.
- Dazu kamen 2025 bundesweit 3.110 neue Verfahren zur Zwangsverwaltung, bei der ein Verwalter das Objekt bewirtschaftet, statt es zu versteigern. Amtlich.
- Gezählt werden neue Verfahren, nicht durchgeführte Versteigerungen. Viele Verfahren enden vorher, etwa weil die Schulden bezahlt oder das Objekt freihändig verkauft wird. Amtlich.
Wie viele Verfahren gibt es je Bundesland?
| Bundesland | neue Verfahren 2025 |
|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | 7.284 |
| Baden-Württemberg | 3.700 |
| Bayern | 3.190 |
| Niedersachsen | 2.791 |
| Hessen | 2.233 |
| Rheinland-Pfalz | 1.960 |
| Sachsen | 1.395 |
| Berlin | 1.028 |
| Brandenburg | 976 |
| Sachsen-Anhalt | 830 |
| Thüringen | 828 |
| Schleswig-Holstein | 740 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 644 |
| Saarland | 407 |
| Hamburg | 306 |
| Bremen | 225 |
| Deutschland | 28.537 |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Zivilgerichte 2025, Tabellen 24231-01 und 24231-021
Wie hat sich die Zahl seit 2007 entwickelt?
| Jahr | neue Verfahren |
|---|---|
| 2025 | 28.537 |
| 2024 | 26.085 |
| 2023 | 23.305 |
| 2022 | 21.389 |
| 2021 | 22.851 |
| 2020 | 23.410 |
| 2019 | 27.341 |
| 2018 | 29.583 |
| 2017 | 33.647 |
| 2016 | 38.568 |
| 2015 | 42.670 |
| 2014 | 48.380 |
| 2013 | 51.650 |
| 2012 | 57.013 |
| 2011 | 62.690 |
| 2010 | 68.723 |
| 2009 | 76.046 |
| 2008 | 80.190 |
| 2007 | 82.870 |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Zivilgerichte 2025, Tabellen 24231-01 und 24231-021
Was heißt das für ein geerbtes Haus?
Ein geerbtes Haus kommt auf zwei Wegen unter den Hammer. Läuft ein Kredit weiter und zahlt niemand, kann die Bank die Zwangsversteigerung beantragen. Und jeder Miterbe kann die Teilungsversteigerung beantragen, wenn sich die Erbengemeinschaft nicht einigt (§ 180 ZVG). Bei einer Versteigerung erzielt das Haus oft weniger als bei einem freien Verkauf. Wege aus der Blockade stehen unter Ein Miterbe will nicht verkaufen und Haus mit Kredit geerbt.
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Wie zitiere ich diese Studie?
Wohin mit dem Elternhaus, Datenstudie „Wie oft wird in Deutschland ein Haus zwangsversteigert?“, Stand 2025, auf Basis des Statistischen Berichts Zivilgerichte des Statistischen Bundesamts. Rohdaten: © Statistisches Bundesamt (Destatis), Verbreitung mit Quellenangabe gestattet.