Datenstudie · Kosten
Was kosten Erbschein, Grundbuch und Notar beim geerbten Haus?
Herausgegeben von Wohin mit dem Elternhaus
Ein Erbschein kostet bei einem Nachlass von 400.000 € beim Nachlassgericht 1.570 €: je 785 € für den Erbschein und die eidesstattliche Versicherung. Gibt man die Versicherung beim Notar ab, sind es mit Umsatzsteuer 1.719,15 €. Die Umschreibung des Grundbuchs auf die Erben ist gebührenfrei, wenn der Antrag binnen zwei Jahren nach dem Erbfall gestellt wird. Danach kostet sie bei 400.000 € ebenfalls 785 €.
Was kostet was, je nach Wert?
Gebühren in Euro. Maßgeblich ist der Geschäftswert: beim Erbschein der Nachlass nach Abzug der Schulden, beim Grundbuch und beim Kaufvertrag der Wert des Hauses. Notarkosten mit 19 % Umsatzsteuer, ohne Auslagen.
| Wert | 1,0 Gebühr | Erbschein beim Gericht | Erbschein, Versicherung beim Notar | Grundbuch nach 2 Jahren | Erbauseinandersetzung beim Notar | Kaufvertrag mit Grundbuch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 100.000 € | 273,00 € | 546,00 € | 597,87 € | 273,00 € | 649,74 € | 1.384,11 € |
| 200.000 € | 435,00 € | 870,00 € | 952,65 € | 435,00 € | 1.035,30 € | 2.205,45 € |
| 300.000 € | 635,00 € | 1.270,00 € | 1.390,65 € | 635,00 € | 1.511,30 € | 3.219,45 € |
| 400.000 € | 785,00 € | 1.570,00 € | 1.719,15 € | 785,00 € | 1.868,30 € | 3.979,95 € |
| 500.000 € | 935,00 € | 1.870,00 € | 2.047,65 € | 935,00 € | 2.225,30 € | 4.740,45 € |
| 600.000 € | 1.095,00 € | 2.190,00 € | 2.398,05 € | 1.095,00 € | 2.606,10 € | 5.551,65 € |
| 700.000 € | 1.255,00 € | 2.510,00 € | 2.748,45 € | 1.255,00 € | 2.986,90 € | 6.362,85 € |
| 800.000 € | 1.415,00 € | 2.830,00 € | 3.098,85 € | 1.415,00 € | 3.367,70 € | 7.174,05 € |
| 900.000 € | 1.575,00 € | 3.150,00 € | 3.449,25 € | 1.575,00 € | 3.748,50 € | 7.985,25 € |
| 1.000.000 € | 1.735,00 € | 3.470,00 € | 3.799,65 € | 1.735,00 € | 4.129,30 € | 8.796,45 € |
| 1.100.000 € | 1.895,00 € | 3.790,00 € | 4.150,05 € | 1.895,00 € | 4.510,10 € | 9.607,65 € |
| 1.200.000 € | 2.055,00 € | 4.110,00 € | 4.500,45 € | 2.055,00 € | 4.890,90 € | 10.418,85 € |
| 1.300.000 € | 2.215,00 € | 4.430,00 € | 4.850,85 € | 2.215,00 € | 5.271,70 € | 11.230,05 € |
| 1.400.000 € | 2.375,00 € | 4.750,00 € | 5.201,25 € | 2.375,00 € | 5.652,50 € | 12.041,25 € |
| 1.500.000 € | 2.535,00 € | 5.070,00 € | 5.551,65 € | 2.535,00 € | 6.033,30 € | 12.852,45 € |
| 1.600.000 € | 2.695,00 € | 5.390,00 € | 5.902,05 € | 2.695,00 € | 6.414,10 € | 13.663,65 € |
| 1.700.000 € | 2.855,00 € | 5.710,00 € | 6.252,45 € | 2.855,00 € | 6.794,90 € | 14.474,85 € |
| 1.800.000 € | 3.015,00 € | 6.030,00 € | 6.602,85 € | 3.015,00 € | 7.175,70 € | 15.286,05 € |
| 1.900.000 € | 3.175,00 € | 6.350,00 € | 6.953,25 € | 3.175,00 € | 7.556,50 € | 16.097,25 € |
| 2.000.000 € | 3.335,00 € | 6.670,00 € | 7.303,65 € | 3.335,00 € | 7.937,30 € | 16.908,45 € |
Quelle: Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), Anlage 1 und Anlage 2 zu § 34, Stand 2026, eigene Rechnung1
Was sind die wichtigsten Zahlen?
- Für Erbschein und eidesstattliche Versicherung fällt je eine volle Gebühr nach Tabelle B an (KV 12210 und KV 23300 GNotKG). Bei 400.000 € Nachlass sind das zusammen 1.570 €. Eigene Rechnung.
- Die Grundbuchberichtigung auf die Erben ist gebührenfrei, wenn sie binnen zwei Jahren nach dem Erbfall beantragt wird (KV 14110 Anm. Abs. 1 GNotKG). Danach kostet sie eine volle Gebühr, bei 400.000 € also 785 €. Amtlich.
- Die Eröffnung eines Testaments beim Nachlassgericht kostet seit dem 1. Juni 2025 109 €, vorher 100 € (KV 12101 GNotKG). Amtlich.
- Ein Kaufvertrag über ein Haus für 400.000 € kostet mit Grundbucheintragung 3.979,95 €, davon 2.802,45 € für den Notar mit Umsatzsteuer. Das ist knapp 1 % des Kaufpreises und zahlt meist der Käufer. Eigene Rechnung.
- Übernimmt ein Geschwister das Haus in einer notariellen Erbauseinandersetzung, kostet die Beurkundung bei 400.000 € 1.868,30 € mit Umsatzsteuer, ohne Grundbuchkosten. Eigene Rechnung.
- Das Kostenrechtsänderungsgesetz 2025 hat zum 1. Juni 2025 Tabelle A und einzelne Festgebühren angehoben. Tabelle B, nach der Erbschein, Grundbuch und Notar abgerechnet werden, blieb unverändert. Amtlich.
Wann ist kein Erbschein nötig?
Liegt ein notarielles Testament oder ein Erbvertrag vor, reicht für das Grundbuch meist die beglaubigte Abschrift mit dem Eröffnungsprotokoll (§ 35 Abs. 1 GBO). Dann sparen die Erben die Gebühren für den Erbschein und zahlen nur die 109 € für die Eröffnung. Für ein handschriftliches Testament verlangt das Grundbuchamt in der Regel einen Erbschein.
Wie wurde gerechnet?
Grundlage ist die Gebührentabelle B in Anlage 2 zu § 34 GNotKG und das Kostenverzeichnis in Anlage 1. Für jeden Wert ist die volle Gebühr abgelesen und mit dem Gebührensatz der jeweiligen Nummer multipliziert. Beim Kaufvertrag sind Beurkundung (2,0), Vollzug (0,5), Betreuung (0,5), Umsatzsteuer, Auflassungsvormerkung (0,5) und Eigentumsumschreibung (1,0) enthalten. Alle 140 Werte der Ausgangstabelle haben wir ein zweites Mal nachgerechnet. Auslagen wie Grundbuchauszüge und Porto kommen hinzu.
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Häufige Fragen
Wer zahlt den Erbschein?
Die Gebühren schuldet, wer den Erbschein beantragt. Erben mehrere, verlangen Sie den Betrag aus dem Nachlass oder teilen ihn untereinander nach den Erbteilen.
Kostet die Ausschlagung einer überschuldeten Erbschaft etwas?
Ja, aber wenig. Bei einem überschuldeten Nachlass fällt nur die Mindestgebühr an. Die Frist beträgt sechs Wochen ab Kenntnis vom Erbfall (§ 1944 BGB).
Wie zitiere ich diese Studie?
Wohin mit dem Elternhaus, Datenstudie „Was kosten Erbschein, Grundbuch und Notar beim geerbten Haus?“, Rechtsstand 2026. Eigene Rechnung nach dem GNotKG, CC BY 4.0. Die Tabelle ersetzt keine Kostenrechnung des Gerichts oder Notars.