Wohin mit dem Elternhaus

Datenstudie · Pflege

Gibt es genug Plätze im Pflegeheim?

Herausgegeben von Wohin mit dem Elternhaus

Ende 2023 gab es in Deutschland 16.505 Pflegeheime mit 874.562 Plätzen in der vollstationären Dauerpflege, 2.305 weniger als 2017. Weil die Zahl der Menschen ab 80 Jahren im selben Zeitraum stark gestiegen ist, kamen auf 1.000 Hochbetagte nur noch 144,8 Dauerpflegeplätze. Bis 2040 wächst die Gruppe ab 80 laut Vorausberechnung um weitere 1,44 Millionen auf 7,34 Millionen.

Was sind die wichtigsten Zahlen?

  1. Am 15. Dezember 2023 gab es 16.505 Pflegeheime mit zusammen 988.951 Plätzen, davon 874.562 in der vollstationären Dauerpflege. Amtlich.1
  2. 2017 waren es 876.867 Dauerpflegeplätze. Die Zahl ist in sechs Jahren um 2.305 gesunken. Amtlich, Differenz eigene Rechnung.
  3. Auf 1.000 Einwohner ab 80 Jahren kamen 2023 im Bundesdurchschnitt 144,8 Dauerpflegeplätze. Eigene Rechnung.
  4. Belegt waren 775.961 Dauerpflegeplätze, die Auslastung lag bei 88,7 %. In Nordrhein-Westfalen waren es 92,3 %, in Köln 95,8 %. Amtlich, Quote eigene Rechnung.
  5. Am dichtesten ist das Angebot in Niedersachsen mit 179,1 Plätzen je 1.000 Hochbetagte, am dünnsten in Brandenburg mit 118,7 und Berlin mit 125,4. Eigene Rechnung.
  6. Unter den Kreisen liegen Goslar mit 253,6 und Schaumburg mit 249,1 Plätzen je 1.000 Hochbetagte vorn. Am wenigsten sind es im Landkreis Landsberg am Lech mit 78,5 und in der Stadt München mit 87,4. Eigene Rechnung.
  7. Die Zahl der Menschen ab 80 steigt laut 16. koordinierter Bevölkerungsvorausberechnung von 5,90 Millionen 2025 auf 7,34 Millionen 2040, um 24,4 %. Am stärksten wächst sie in Rheinland-Pfalz mit 35,5 %, am wenigsten in Berlin mit 7,1 %. Amtlich, Variante mit niedriger Zuwanderung.3

Wie viele Plätze gibt es in welchem Bundesland?

BundeslandHeimeDauerpflegeplätzeje 1.000 ab 802017AuslastungPlätze seit 2017
Niedersachsen2.049105.539179,1207,585,5 %1.438
Saarland21313.177170,7175,384,9 %830
Schleswig-Holstein69337.394160,3208,988,0 %-928
Sachsen-Anhalt75630.900157,3187,188,2 %82
Mecklenburg-Vorpommern53120.724152,2175,990,9 %881
Rheinland-Pfalz58242.791148,3163,782,9 %382
Hessen1.09562.041146,8163,989,0 %1.703
Thüringen59426.817145,5174,189,4 %403
Hamburg20616.612145,1176,985,1 %-842
Sachsen1.14254.837145,0164,288,6 %2.863
Nordrhein-Westfalen3.252177.765141,8159,092,3 %-183
Bayern2.146124.563140,4171,386,9 %-3.570
Bremen1506.547137,5155,785,9 %1
Baden-Württemberg2.05998.517127,7156,090,8 %-3.282
Berlin38830.178125,4175,391,0 %-2.740
Brandenburg64926.160118,7146,488,8 %657
Deutschland16.505874.562144,8170,288,7 %-2.305

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik, Tabelle 22412-00011

Wo gibt es die meisten und die wenigsten Plätze?

Die zehn Kreise und kreisfreien Städte mit den meisten und den wenigsten Dauerpflegeplätzen je 1.000 Einwohner ab 80. Alle 400 stehen in der CSV-Datei.

Kreisje 1.000 ab 80DauerpflegeplätzeAuslastung
Goslar253,63.06183,8 %
Schaumburg249,13.43077,3 %
Bayreuth248,31.34377,9 %
Schweinfurt245,31.09278,9 %
Landshut244,91.16085,0 %
Uelzen233,91.86682,4 %
Lüchow-Dannenberg230,499988,0 %
Ansbach230,064579,2 %
Amberg229,376782,9 %
Speyer, kreisfreie Stadt228,986383,7 %
…
Rosenheim95,641785,9 %
Oberallgäu94,61.13185,1 %
Uckermark91,51.06094,7 %
Main-Taunus-Kreis89,11.56792,0 %
Südliche Weinstraße88,772869,0 %
Garmisch-Partenkirchen88,671966,5 %
Bodenseekreis88,01.57394,0 %
München, Landeshauptstadt87,47.68292,1 %
Straubing-Bogen86,653087,2 %
Landsberg am Lech78,562993,3 %

Quelle: Statistisches Bundesamt und Statistische Landesämter, Pflegestatistik 2023, Kreisergebnisse2

Wie stark wächst die Zahl der Hochbetagten bis 2040?

Bundeslandab 80 im Jahr 2025ab 80 im Jahr 2040Zuwachsin Prozent
Rheinland-Pfalz277.200375.70098.50035,5 %
Mecklenburg-Vorpommern129.700173.40043.70033,7 %
Saarland73.10097.40024.30033,2 %
Baden-Württemberg755.500983.900228.40030,2 %
Bayern874.2001.137.500263.30030,1 %
Hessen413.900527.000113.10027,3 %
Brandenburg215.600273.30057.70026,8 %
Niedersachsen570.100713.800143.70025,2 %
Thüringen181.100226.60045.50025,1 %
Nordrhein-Westfalen1.211.2001.497.600286.40023,6 %
Schleswig-Holstein230.000267.50037.50016,3 %
Sachsen-Anhalt191.000220.70029.70015,5 %
Bremen46.30052.8006.50014,0 %
Sachsen375.500421.90046.40012,4 %
Hamburg113.300122.5009.2008,1 %
Berlin241.100258.10017.0007,1 %
Deutschland5.898.5007.336.9001.438.40024,4 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Tabelle 12421-00023

Was die Zahlen nicht sagen

  • Gezählt sind die genehmigten Plätze. Wie viele davon wegen fehlenden Personals gesperrt sind, erfasst die Statistik nicht. Die tatsächlich verfügbaren Plätze können also weniger sein.
  • Ein Kreis mit vielen Plätzen versorgt oft auch Menschen aus den Nachbarkreisen und Großstädten.
  • Die Vorausberechnung ist keine Prognose, sondern eine Rechnung unter Annahmen zu Geburten, Lebenserwartung und Zuwanderung. Hier ist die Variante mit moderater Geburtenrate und Lebenserwartung und niedriger Zuwanderung verwendet.

Was heißt das für Familien?

Wo die Auslastung über 90 % liegt, gibt es oft Wartelisten. Melden Sie Ihre Eltern bei mehreren Heimen gleichzeitig an, und fragen Sie den Pflegestützpunkt nach freien Plätzen. Was ein Heimplatz kostet und ob dafür das Haus verkauft werden muss, steht unter Wie stark sind die Kosten im Pflegeheim gestiegen? und Eltern ins Pflegeheim: Muss das Haus verkauft werden?.

Daten herunterladen

Wie zitiere ich diese Studie?

Wohin mit dem Elternhaus, Datenstudie „Gibt es genug Plätze im Pflegeheim?“, auf Basis der Pflegestatistik 2023 und der 16. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) und Statistische Landesämter, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik, Tabelle 22412-0001
  2. Statistisches Bundesamt und Statistische Landesämter, Pflegestatistik 2023, Kreisergebnisse
  3. Statistisches Bundesamt, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Tabelle 12421-0002

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