Wohin mit dem Elternhaus

Datenstudie · Kosten

Wie hoch ist der Grundsteuer-Hebesatz in den großen Städten?

Herausgegeben von Wohin mit dem Elternhaus

Seit der Grundsteuerreform 2025 reicht der Hebesatz der Grundsteuer B für Wohngrundstücke in den 60 größeren Städten von 160 % in Stuttgart bis 1.181 % in Darmstadt. Vergleichen lassen sich die Hebesätze aber nur innerhalb eines Bundeslandes: Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen berechnen die Grundsteuer nach eigenen Modellen, deshalb sagt ein niedriger Hebesatz in Stuttgart nichts darüber, ob dort weniger Steuer anfällt als in Köln.

Was sind die wichtigsten Zahlen?

  1. Den höchsten Hebesatz für Wohngrundstücke hatten 2025 Darmstadt mit 1.181 %, Hamburg mit 975 % und Wuppertal mit 947 %. Laut Hebesatzsatzungen der Städte.
  2. Die niedrigsten Hebesätze haben Stuttgart mit 160 %, Konstanz mit 168 % und Heidelberg mit 185 %. In Baden-Württemberg zählt fast nur der Bodenwert, der Messbetrag fällt dort höher aus, der Hebesatz entsprechend niedriger. Laut Satzung.
  3. Mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen sind 2026 von getrennten Hebesätzen für Wohnen und Gewerbe zu einem einheitlichen Satz zurückgekehrt. In Essen stieg der Satz für Wohngrundstücke dadurch von 655 % auf 925 %, in Dortmund von 625 % auf 800 %, in Duisburg von 886 % auf 1.169 %. Laut Satzung.
  4. Köln hob den Hebesatz 2026 von 475 % auf 550 % an. Nürnberg senkte ihn von 780 % auf 750 %. Laut Satzung.
  5. Freiburg liegt 2025 und 2026 bei 235 %, München bei 824 %, Berlin bei 470 %. Laut Satzung.

Welcher Hebesatz gilt in welcher Stadt?

Sortiert nach dem Hebesatz 2025. Hebesätze in Prozent, für Wohngrundstücke.

StadtHebesatz 2025Hebesatz 2026Modell des Landes
Darmstadt1.181 %1.181 %Flächen-Faktor-Modell Hessen
Hamburg975 %975 %Wohnlagemodell Hamburg
Wuppertal947 %947 %Bundesmodell
Hannover900 %900 %Flächen-Lage-Modell Niedersachsen
Duisburg886 %1.169 %Bundesmodell
Frankfurt am Main854,69 %854,69 %Flächen-Faktor-Modell Hessen
München824 %824 %Flächenmodell Bayern
Mönchengladbach792 %792 %Bundesmodell
Nürnberg780 %750 %Flächenmodell Bayern
Bielefeld765 %765 %Bundesmodell
Bremen755 %755 %Bundesmodell
Braunschweig750 %750 %Flächen-Lage-Modell Niedersachsen
Leverkusen750 %750 %Bundesmodell
Göttingen735 %782 %Flächen-Lage-Modell Niedersachsen
Bochum715 %715 %Bundesmodell
Wiesbaden690,06 %690,06 %Flächen-Faktor-Modell Hessen
Augsburg670 %670 %Flächenmodell Bayern
Bonn657 %keine AngabeBundesmodell
Essen655 %925 %Bundesmodell
Aachen637 %637 %Bundesmodell
Dortmund625 %800 %Bundesmodell
Saarbrücken611 %611 %Bundesmodell
Trier600 %600 %Bundesmodell
Erlangen590 %625 %Flächenmodell Bayern
Wolfsburg586 %586 %Flächen-Lage-Modell Niedersachsen
Paderborn579 %579 %Bundesmodell
Lübeck575 %575 %Bundesmodell
Koblenz570 %570 %Bundesmodell
Erfurt565 %565 %Bundesmodell
Kiel565 %565 %Bundesmodell
Osnabrück545 %545 %Flächen-Lage-Modell Niedersachsen
Oldenburg539 %539 %Flächen-Lage-Modell Niedersachsen
Regensburg510 %510 %Flächenmodell Bayern
Würzburg510 %575 %Flächenmodell Bayern
Krefeld506 %680 %Bundesmodell
Halle (Saale)500 %500 %Bundesmodell
Chemnitz493 %493 %Bundesmodell
Kassel490 %490 %Flächen-Faktor-Modell Hessen
Magdeburg483 %483 %Bundesmodell
Mainz480 %480 %Bundesmodell
Ingolstadt475 %630 %Flächenmodell Bayern
Köln475 %550 %Bundesmodell
Berlin470 %470 %Bundesmodell
Leipzig450 %450 %Bundesmodell
Rostock438 %488 %Bundesmodell
Münster410 %492 %Bundesmodell
Dresden400 %400 %Bundesmodell
Jena400 %400 %Bundesmodell
Ulm390 %390 %Bodenwertmodell BW
Düsseldorf374 %374 %Bundesmodell
Mannheim365 %365 %Bodenwertmodell BW
Pforzheim348 %348 %Bodenwertmodell BW
Heilbronn345 %345 %Bodenwertmodell BW
Potsdam330 %330 %Bundesmodell
Reutlingen320 %320 %Bodenwertmodell BW
Karlsruhe270 %270 %Bodenwertmodell BW
Freiburg im Breisgau235 %235 %Bodenwertmodell BW
Heidelberg185 %185 %Bodenwertmodell BW
Konstanz168 %168 %Bodenwertmodell BW
Stuttgart160 %160 %Bodenwertmodell BW

Quellen: Haushalts- und Hebesatzsatzungen der Städte, Stand Oktober 2026. Die Werte 2025 haben wir für 18 Städte einzeln an der Satzung geprüft, die Werte 2026 für Nordrhein-Westfalen an der Übersicht des Bundes der Steuerzahler NRW. Für die übrigen Städte stammen die Werte 2026 teils aus Ratsbeschlüssen. Für Bonn 2026 nennen Quellen unterschiedliche Werte, deshalb fehlt er hier.

Warum lassen sich die Hebesätze nicht über Ländergrenzen vergleichen?

Die Grundsteuer ergibt sich aus drei Schritten: Das Finanzamt stellt einen Grundsteuerwert oder Äquivalenzbetrag fest, multipliziert ihn mit einer Steuermesszahl und erhält den Messbetrag. Die Gemeinde multipliziert diesen Messbetrag mit ihrem Hebesatz. Elf Länder nutzen das Bundesmodell, das auf Bodenrichtwert, Wohnfläche, Baujahr und Mieten aufbaut, das Saarland und Sachsen mit eigenen Messzahlen. Bayern rechnet nur mit Flächen, Hamburg mit Flächen und Wohnlage, Hessen und Niedersachsen mit Flächen und einem Lagefaktor, Baden-Württemberg fast nur mit dem Bodenwert. Dieselbe Hausgröße führt deshalb je nach Land zu ganz unterschiedlichen Messbeträgen.

Was heißt das für ein geerbtes Haus?

Die Grundsteuer zahlt, wer am 1. Januar eines Jahres Eigentümer ist (§ 9 und § 10 GrStG). Nach einem Erbfall geht die Pflicht auf die Erben über, in einer Erbengemeinschaft auf alle gemeinsam. Den Bescheid und den Messbetrag finden Sie in den Unterlagen der Eltern. Mehr zu allen Kosten des leeren Hauses unter Laufende Kosten bis zum Verkauf.

Daten herunterladen

Wie zitiere ich diese Studie?

Wohin mit dem Elternhaus, Datenstudie „Wie hoch ist der Grundsteuer-Hebesatz in den großen Städten?“, Stand Oktober 2026, auf Basis der Hebesatzsatzungen der Städte. CC BY 4.0.

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