Wohin mit dem Elternhaus

Datenstudie · Pflege

Wie stark sind die Kosten im Pflegeheim seit 2022 gestiegen?

Herausgegeben von Wohin mit dem Elternhaus

Im ersten Jahr im Pflegeheim zahlen Pflegebedürftige in Deutschland im Durchschnitt 3.364 € im Monat selbst, Stand 1. Juli 2026. Am 1. Januar 2022 waren es 2.133 €. Das sind 1.231 € oder 57,7 % mehr in viereinhalb Jahren. Ein Teil davon ist eine Umstellung der Statistik: Seit Juli 2024 rechnet der vdek die Ausbildungskosten mit ein, ohne sie beträgt der Anstieg 1.104 € oder 51,7 %.

Was sind die wichtigsten Zahlen?

Laut vdek heißt: so vom Verband der Ersatzkassen (vdek) veröffentlicht. Eigene Rechnung heißt: aus diesen Werten berechnet.

  1. Im ersten Jahr im Pflegeheim zahlen Pflegebedürftige im Bundesdurchschnitt 3.364 € im Monat aus eigener Tasche, Stand 1. Juli 2026. Laut vdek.1
  2. Am 1. Januar 2022, als die Zuschläge der Pflegekasse eingeführt wurden, lag dieser Betrag bei 2.133 €. Der Anstieg beträgt 1.231 € oder 57,7 %. Eigene Rechnung.
  3. Rechnet man die Ausbildungskosten heraus, die der vdek erst seit dem 1. Juli 2024 im Eigenanteil ausweist, bleibt ein Anstieg von 1.104 € oder 51,7 %. Eigene Rechnung.
  4. Allein im ersten Halbjahr 2026 stieg der Eigenanteil im ersten Jahr bundesweit um 119 € oder 3,7 %. Eigene Rechnung.
  5. Wer länger als drei Jahre im Heim lebt, zahlt im Bundesdurchschnitt 2.111 € im Monat, weil die Pflegekasse dann 75 % des pflegebedingten Anteils übernimmt. Laut vdek.
  6. Am teuersten ist das erste Heimjahr in Bremen mit 3.761 €, am günstigsten in Sachsen-Anhalt mit 2.891 €, Stand 1. Juli 2026. Laut vdek.
  7. Für Unterkunft und Verpflegung fallen im Bundesdurchschnitt 1.068 € an, für Investitionskosten 521 €. Auf diese beiden Posten gibt es keinen Zuschlag der Pflegekasse. Laut vdek.

Wie haben sich die Kosten seit 2022 entwickelt?

Eigenanteil im Monat im Bundesdurchschnitt, an jedem Stichtag des vdek. Bis zum 1. Januar 2024 galten niedrigere Zuschläge der Pflegekasse (5, 25, 45 und 70 %), seitdem 15, 30, 50 und 75 % (§ 43c SGB XI).

Stichtagohne Zuschlag1. Jahr2. Jahr3. Jahrab 4. JahrAusbildungskosten enthalten
01.01.20222.179 €2.133 €1.951 €1.769 €1.541 €nein
01.07.20222.247 €2.200 €2.007 €1.814 €1.573 €nein
01.01.20232.468 €2.411 €2.183 €1.955 €1.671 €nein
01.07.20232.610 €2.548 €2.299 €2.050 €1.738 €nein
01.01.20242.783 €2.576 €2.370 €2.095 €1.750 €nein
01.07.20243.123 €2.871 €2.620 €2.284 €1.865 €ja
01.01.20253.248 €2.984 €2.720 €2.368 €1.928 €ja
01.07.20253.387 €3.108 €2.828 €2.456 €1.991 €ja
01.01.20263.542 €3.245 €2.947 €2.551 €2.056 €ja
01.07.20263.677 €3.364 €3.051 €2.633 €2.111 €ja

Quelle: vdek, Landesdurchschnittliche Eigenanteile in der vollstationären Pflege, Stichtage 2022 bis 20261

Wie stark sind die Kosten in welchem Bundesland gestiegen?

Eigenanteil im ersten Jahr am 1. Juli 2026 und Anstieg seit dem 1. Januar 2022, sortiert nach dem Anstieg in Prozent. Der bereinigte Anstieg rechnet die Ausbildungskosten heraus.

Bundesland1. Jahr, Juli 2026Anstieg seit 2022in Prozentbereinigtim 1. Halbjahr 2026
Sachsen-Anhalt2.891 €1.337 €86,0 %80,3 %171 €
Mecklenburg-Vorpommern3.032 €1.372 €82,7 %75,1 %129 €
Thüringen3.163 €1.391 €78,5 %72,6 %158 €
Bremen3.761 €1.646 €77,8 %70,6 %124 €
Brandenburg3.150 €1.355 €75,5 %69,4 %133 €
Sachsen3.152 €1.324 €72,4 %66,2 %166 €
Niedersachsen3.008 €1.196 €66,0 %59,6 %105 €
Hessen3.431 €1.353 €65,1 %58,0 %202 €
Hamburg3.481 €1.353 €63,6 %54,4 %197 €
Berlin3.388 €1.314 €63,4 %53,6 %161 €
Schleswig-Holstein3.148 €1.203 €61,9 %58,5 %111 €
Bayern3.270 €1.145 €53,9 %49,0 %74 €
Saarland3.695 €1.231 €50,0 %41,2 %94 €
Rheinland-Pfalz3.289 €1.069 €48,2 %42,6 %67 €
Baden-Württemberg3.657 €1.177 €47,5 %41,8 %125 €
Nordrhein-Westfalen3.671 €1.175 €47,1 %41,2 %89 €
Deutschland3.364 €1.231 €57,7 %51,7 %119 €

Quelle: vdek, Landesdurchschnittliche Eigenanteile in der vollstationären Pflege, Stichtage 2022 bis 20261

Wie setzt sich der Eigenanteil zusammen?

Stand 1. Juli 2026, je Monat. Der pflegebedingte Anteil enthält die Ausbildungskosten. Nur auf ihn zahlt die Pflegekasse den Zuschlag, der mit der Zeit im Heim steigt.

Bundeslandpflegebedingtdarin AusbildungUnterkunft und VerpflegungInvestitionskosten1. Jahrab 4. Jahr
Bremen2.296 €179 €1.179 €630 €3.761 €2.383 €
Saarland2.176 €254 €1.271 €574 €3.695 €2.389 €
Nordrhein-Westfalen1.983 €173 €1.331 €654 €3.671 €2.481 €
Baden-Württemberg2.401 €164 €1.153 €463 €3.657 €2.216 €
Hamburg2.159 €229 €1.074 €572 €3.481 €2.186 €
Hessen2.233 €174 €1.005 €528 €3.431 €2.091 €
Berlin2.410 €239 €870 €469 €3.388 €1.942 €
Rheinland-Pfalz1.766 €145 €1.280 €508 €3.289 €2.230 €
Bayern2.185 €123 €979 €434 €3.270 €1.959 €
Thüringen2.045 €122 €971 €454 €3.163 €1.936 €
Sachsen2.136 €135 €881 €455 €3.152 €1.870 €
Brandenburg2.172 €129 €972 €332 €3.150 €1.847 €
Schleswig-Holstein1.782 €76 €1.060 €573 €3.148 €2.079 €
Mecklenburg-Vorpommern2.070 €148 €901 €371 €3.032 €1.790 €
Niedersachsen1.862 €136 €857 €568 €3.008 €1.891 €
Sachsen-Anhalt1.993 €104 €852 €345 €2.891 €1.695 €
Deutschland2.088 €150 €1.068 €521 €3.364 €2.111 €

Quelle: vdek, Landesdurchschnittliche Eigenanteile in der vollstationären Pflege, Stichtage 2022 bis 20261

Was die Zahlen nicht sagen

  • Der vdek veröffentlicht nur Durchschnitte je Bundesland. Für Städte und Kreise gibt es keine amtlichen Durchschnitte. Einzelne Heime liegen oft deutlich darüber oder darunter. In Freiburg etwa reicht der Eigenanteil vor Zuschuss je nach Heim von 3.729 € bis 5.095 €, siehe Pflegeheimkosten in Freiburg.
  • Die Werte gelten für die Pflegegrade 2 bis 5. Der pflegebedingte Eigenanteil ist innerhalb eines Heims für diese Pflegegrade gleich hoch.
  • Ab dem 1. Juli 2024 enthält der pflegebedingte Eigenanteil die Ausbildungsumlage. Der Sprung zwischen Januar und Juli 2024 ist deshalb größer als die tatsächliche Preissteigerung.

Wie wurde gerechnet?

Ausgewertet sind die Tabellen „Landesdurchschnittliche Eigenanteile in der vollstationären Pflege“ des vdek zu allen zehn Stichtagen vom 1. Januar 2022 bis zum 1. Juli 2026. Die Eigenanteile je Aufenthaltsjahr übernimmt die Studie so, wie der vdek sie veröffentlicht. Anstiege in Euro und Prozent sind eigene Rechnungen. Für den bereinigten Anstieg sind die Ausbildungskosten des Stichtags 1. Juli 2026, nach Abzug des Zuschlags der Pflegekasse, vom heutigen Wert abgezogen. Prozente sind auf eine Nachkommastelle gerundet, Euro auf ganze Euro.

Daten herunterladen

Die Dateien sind mit Semikolon getrennt und haben ein Dezimalkomma, so öffnet Excel sie direkt. Die Rohwerte stammen vom vdek, der seine Tabellen und Grafiken mit der Angabe „vdek“ zur freien Verwendung freigibt. Die Tabellen zu früheren Stichtagen veröffentlicht der vdek jeweils mit seinen Pressemitteilungen.

Häufige Fragen

Werden die Heimkosten weiter steigen?

Seit 2022 ist der Eigenanteil an jedem Stichtag gestiegen, zuletzt um 3,7 % in einem halben Jahr. Treiber sind vor allem höhere Löhne in der Pflege, die sich im pflegebedingten Anteil niederschlagen. Eine amtliche Prognose gibt es nicht.

Warum sinkt der Eigenanteil nach dem ersten Jahr?

Die Pflegekasse zahlt einen Zuschlag auf den pflegebedingten Anteil, der mit der Aufenthaltsdauer steigt: 15 % im ersten Jahr, 30 % im zweiten, 50 % im dritten und 75 % ab dem vierten Jahr (§ 43c SGB XI). Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten bleiben gleich.

Was passiert, wenn Rente und Ersparnisse nicht reichen?

Dann kann das Sozialamt Hilfe zur Pflege zahlen. Vorher prüft es Einkommen und Vermögen, auch ein Haus. Ob das Elternhaus dafür verkauft werden muss, steht unter Eltern ins Pflegeheim: Muss das Haus verkauft werden?.

Wie zitiere ich diese Studie?

Wohin mit dem Elternhaus, Datenstudie „Wie stark sind die Kosten im Pflegeheim seit 2022 gestiegen?“, Stand Juli 2026, auf Basis der Eigenanteile des vdek. Eigene Rechnungen stehen unter CC BY 4.0, bitte mit Link auf diese Seite.

Quellen

  1. vdek, Landesdurchschnittliche Eigenanteile in der vollstationären Pflege, Stichtage 2022 bis 2026

Umzug ins Pflegeheim: Was wird aus dem Haus? Kostenlose Ersteinschätzung

Fünf kurze Fragen, danach rufen wir Sie an. Wir klären mit Ihnen, ob ein Verkauf überhaupt nötig ist, was Vermieten bringen würde und welche Fristen und Genehmigungen gelten. Kostenlos und unverbindlich.

Wer schreibt uns?
Wie ist die Pflegesituation?
Gibt es eine Vollmacht oder Betreuung?

Davon hängt ab, ob ein Gericht zustimmen muss.

Um welche Immobilie geht es?
Wobei können wir helfen?
Wohin dürfen wir die Einschätzung schicken?
Kostenlos und unverbindlich. Keine Anrufflut, Anruf nur auf Ihren Wunsch.

Warum kostenlos? Wenn Sie später einen Makler, Entrümpler oder Käufer brauchen und wir einen passenden Partner vermitteln, zahlt dieser uns eine Provision. Für Sie ändert sich am Preis nichts. Ob Sie das wollen, entscheiden nur Sie.

Rückruf innerhalb von zwei Werktagen. Kein Newsletter. Weitergabe an Partner nur mit Ihrem Häkchen.

Nils Puhlmann Ihr Ansprechpartner

Ich kaufe und vermiete selbst Wohnungen in Freiburg und München und kenne die Fragen rund um Wert, Mieter und Verkauf aus eigener Erfahrung. Mit diesem Angebot möchte ich Familien helfen, in Ruhe die passende Entscheidung zu treffen, statt sie zu einem schnellen Verkauf zu drängen.