Wohin mit dem Elternhaus

Pflege und Alter

Eltern in Frankfurt ist das Haus zu groß: Welche Wege gibt es?

Herausgegeben von Wohin mit dem Elternhaus

Wenn das eigene Einfamilienhaus in Frankfurt am Main nach dem Auszug der Kinder oder dem Tod eines Ehepartners zu groß, in der Garten- und Hausbewirtschaftung zu beschwerlich oder durch Treppen zur Barriere wird, bietet Frankfurt am Main ungewöhnlich viele Möglichkeiten zur räumlichen Verkleinerung oder alternativen Nutzung des Hauses.

Was gilt in Frankfurt im Einzelnen?

Erstens verfügt die kommunale Wohnungsgesellschaft ABG FRANKFURT HOLDING GmbH über mehr als 4.000 seniorengerechte Wohnungen (sowohl öffentlich gefördert ab ca. 6 €/m² als auch freifinanziert, etwa in der Alexanderstraße 98 in Rödelheim, der Lauterbacher Straße 4 in Fechenheim und der Jaspertstraße 11 in Preungesheim). Zweitens vermittelt das Amt für Wohnungswesen der Stadt Frankfurt am Main (Adickesallee 67 bis 69, 60322 Frankfurt am Main) öffentlich geförderte Seniorenwohnungen (1- bis 2-Zimmer-Wohnungen bis 50 m² für Alleinstehende und bis 60 m² für 2-Personen-Haushalte ab 60 Jahren) sowie über das Programm „Frankfurt Fairmieten“ (FamSen) Wohnungen für mittlere Einkommen mit Mieten 15 bis 35 Prozent unter der örtlichen Marktmiete.

Drittens betreut der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e. V. rund 3.500 Seniorenwohnungen in fast allen Stadtteilen mit 24-Stunden-Hausnotruf, Sprechstunden, Hausbesuchen und Schlüsselhinterlegung für einen monatlichen Eigenbeitrag von 24,50 € (der bei Pflegegrad oder geringem Einkommen übernommen wird). Viertens ist Frankfurt am Main mit 83 Angeboten und 6.646 Wohneinheiten des Betreuten Wohnens (55,2 Wohnungen je 1.000 Einwohner ab 65 Jahren, mehr als das Fünffache des hessischen Durchschnitts von 10,6) hessenweiter Spitzenreiter.

Wer im eigenen Haus bleiben und freie Zimmer sinnvoll beleben möchte, kann zudem das Modell „Wohnen für Hilfe“ (Faustregel: 1 Stunde Alltagshilfe pro Monat je Quadratmeter Zimmerfläche zuzüglich Nebenkosten) oder gemeinschaftliche Wohnformen über das Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen e. V. nutzen.

Welche Zahlen und Regeln gelten in Frankfurt?

Alle Angaben stammen aus amtlichen Quellen. Der Link führt jeweils zur Fundstelle.

AngabeWertStandQuelle
Bestand an seniorengerechten Wohnungen bei der kommunalen ABG FRANKFURT HOLDING GmbHÜber 4.000 seniorengerechte Wohnungen im Stadtgebiet Frankfurt am Main (öffentlich gefördert ab ca. 6 €/m² sowie freifinanziert) mit Aufzug, breiten Türen, bodengleicher Dusche und niedrigschwelliger Betreuung durch den Frankfurter Verband2026-11-01Quelle
Freifinanzierte Seniorenwohnanlagen der ABG Frankfurt Holding (ohne Wohnberechtigungsschein)Drei freifinanzierte Seniorenwohnanlagen für Personen ab 60 Jahren: Alexanderstraße 98 in Frankfurt-Rödelheim (1- bis 2-Zimmer-Wohnungen mit 45 bis 68 m²), Lauterbacher Straße 4 in Frankfurt-Fechenheim (29 bis 58 m²) und Jaspertstraße 11 in Frankfurt-Preungesheim2026-11-01Quelle
Frankfurter Programm für familien- und seniorengerechten Mietwohnungsbau (FamSen / Frankfurt Fairmieten) für mittlere EinkommenFür Haushalte ab 60 Jahren mit mittlerem Einkommen (oberhalb der Grenzen für Sozialwohnungen) liegen die Mieten im FamSen-Programm 15 bis 35 Prozent unter der örtlichen Marktmiete; erforderlich ist der „Fairmieten-Schein“ des Amtes für Wohnungswesen2026-11-01Quelle
Vermittlung öffentlich geförderter Seniorenwohnungen durch das Amt für Wohnungswesen Frankfurt am MainAmt für Wohnungswesen (Abteilung Wohnungsversorgung), Adickesallee 67 bis 69, 60322 Frankfurt am Main; Voraussetzungen: Mindestalter 60 Jahre, Bindung an Frankfurt am Main (z. B. Wohnsitz, Geburtsort oder Familie vor Ort) und Einhaltung der gesetzlichen Einkommensgrenzen2026-11-01Quelle
Wohnungsgrößen und Stadtteilwahl bei städtisch vermittelten Seniorenwohnungen1- bis 2-Zimmer-Wohnungen bis 50 m² für 1-Personen-Haushalte und 2-Zimmer-Wohnungen bis 60 m² für 2-Personen-Haushalte; Wunschstadtteile können bei der Antragstellung angekreuzt werden; Vormerkung über den „Registrierschein“ für jeweils 1 Jahr auf der Warteliste2026-11-01Quelle
Betreuungsdienst des Frankfurter Verbands in rund 3.500 Seniorenwohnungen und monatlicher EigenbeitragDer Frankfurter Verband betreut ca. 3.500 Seniorenwohnungen in vier Stadtregionen (Telefon Sozialdienst 069 609196-9050) mit 24-Stunden-Hausnotruf (auch auf Türkisch), Sprechstunden, Hausbesuchen und Schlüsselhinterlegung; Eigenbeitrag der Mieter: 24,50 € monatlich (Übernahme durch Pflegekasse oder Sozialamt bei Pflegegrad bzw. geringem Einkommen)2026-11-01Quelle
Gesamtangebot des Betreuten Wohnens in Frankfurt am Main laut Hessischem Pflegebericht 202383 Einrichtungen des Betreuten Wohnens mit insgesamt 6.646 Wohneinheiten (55,2 Wohneinheiten je 1.000 Einwohner ab 65 Jahren; mehr als das 5-fache des hessischen Landesdurchschnitts von 10,6)2023-10Quelle, S. 62,
Modell „Wohnen für Hilfe“ (Wohnpartnerschaften zwischen Senioren mit großem Haus/Wohnung und Studierenden)Faustregel: Pro Quadratmeter überlassenem Wohnraum leistet die studierende Person 1 Stunde Alltagshilfe im Monat (z. B. 15 Stunden monatlich für ein 15-m²-Zimmer für Einkaufen, Rasenmähen, Gartenarbeit oder Kochen; keine pflegerischen oder medizinischen Tätigkeiten) zuzüglich Nebenkosten (Strom, Wasser, Gas)2026-11-01Quelle
Umbau des bestehenden Hauses in zwei abgeschlossene Wohneinheiten oder barrierefreies Erdgeschoss mit hessischer WIBank-FörderungStatt eines Auszugs kann das Erdgeschoss des Elternhauses mit bis zu 15.000 € Landeszuschuss der WIBank (50 Prozent der Kosten bis 30.000 € ab Pflegegrad 2 oder GdB 50) und bis zu 4.180 € Pflegekassenzuschuss (§ 40 Abs. 4 SGB XI) barrierefrei umgebaut werden2026-11-01Quelle, S. 6

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Welche Stellen sind in Frankfurt zuständig?

  • ABG FRANKFURT HOLDING Wohnungsbau- und Beteiligungsgesellschaft mbH: Niddastraße 107, 60329 Frankfurt am Main, Interessentenregistrierung für über 4.000 seniorengerechte Wohnungen (gefördert und freifinanziert, u. a. in Rödelheim, Fechenheim und Preungesheim); URL und
  • Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe e. V. (Betreuungsdienst für Seniorenwohnungen): Zentrale Rufnummer Sozialdienst Seniorenwohnungen 069 609196-9050 (für alle vier Regionen Frankfurter Westen, Norden, Nordosten und Südwesten); Betreuung von rund 3.500 Seniorenwohnungen im Stadtgebiet; URL und

Wie gehen Sie in Frankfurt am besten vor?

  1. In Ruhe mit den Eltern besprechen, was ihnen wichtig ist.
  2. Wohnberatung und Umbau als ersten Schritt prüfen.
  3. Alternativen vergleichen: kleinere Wohnung, betreutes Wohnen, Verkauf mit Wohnrecht.
  4. Vor jedem Verkauf eine Wertspanne einholen und Vollmachten klären.

Sie müssen heute nichts entscheiden. Wichtig ist nur, dass keine Frist verstreicht und das Haus gesichert ist.

Ein Ansprechpartner, ein Anruf, keine Weitergabe Ihrer Daten ohne Ihr Ja.

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Häufige Fragen

Wo beantrage ich in Frankfurt am Main eine bezahlbare, barrierefreie Seniorenwohnung?

Beantwortet durch: Fakt 42-01 bis 42-05 (für öffentlich geförderte Seniorenwohnungen ab 60 Jahren und für das Mittelstandsprogramm „Frankfurt Fairmieten“ beim Amt für Wohnungswesen, Adickesallee 67 bis 69, 60322 Frankfurt am Main; für freifinanzierte Seniorenwohnanlagen zusätzlich direkt über die Interessentendatenbank der ABG Frankfurt Holding). Herkunft der Frage: Frankfurter Verband Seniorenwohnungen (Quelle) und ABG Frankfurt Holding (Quelle).

Welche Voraussetzungen gelten für eine öffentlich geförderte Seniorenwohnung der Stadt Frankfurt am Main?

Beantwortet durch: Fakt 42-04, 42-05 (Mindestalter 60 Jahre, Bindung an Frankfurt am Main, etwa durch Wohnsitz, Geburtsort oder in Frankfurt lebende Familie, sowie Einhaltung der Einkommensgrenzen; die Wohnungsgröße beträgt bis zu 50 m² für Alleinstehende und bis zu 60 m² für Paare). Herkunft der Frage: FAQ des Frankfurter Verbands zu Seniorenwohnungen (Quelle).

Was kostet die Betreuung durch den Frankfurter Verband in den 3.500 Frankfurter Seniorenwohnungen, und was ist darin enthalten?

Beantwortet durch: Fakt 42-06 (der Eigenbeitrag beträgt 24,50 € monatlich und wird bei Vorliegen eines Pflegegrades oder geringem Einkommen von der Pflegekasse bzw. dem Sozialamt übernommen; enthalten sind u. a. ein 24-Stunden-Hausnotruf, auch auf Türkisch -, regelmäßige Sprechstunden vor Ort, Hausbesuche, Notfall-Schlüsselhinterlegung sowie die Vermittlung von Essen auf Rädern, Haushaltshilfen und ambulanter Pflege). Herkunft der Frage: Leistungsübersicht des Frankfurter Verbands (Quelle).

Gibt es in Frankfurt am Main auch geförderte Seniorenwohnungen für den Mittelstand, wenn die Rente über der Grenze für den Wohnberechtigungsschein liegt?

Beantwortet durch: Fakt 42-03 (Ja; über das „Frankfurter Programm für familien- und seniorengerechten Mietwohnungsbau“, FamSen / Frankfurt Fairmieten, werden Wohnungen mit Mieten 15 bis 35 Prozent unter der örtlichen Marktmiete vergeben; den hierfür benötigten Fairmieten-Schein stellt das Amt für Wohnungswesen aus). Herkunft der Frage: ABG Frankfurt Holding Informationen für Haushalte mit mittlerem Einkommen (Quelle).

Wie funktioniert „Wohnen für Hilfe“, wenn mein verwitweter Elternteil im großen Frankfurter Haus bleiben und ein Zimmer an Studierende vergeben möchte?

Beantwortet durch: Fakt 42-11 (als Faustregel gilt 1 Stunde Alltagshilfe im Monat pro Quadratmeter überlassenem Wohnraum, bei einem 15-m²-Zimmer also 15 Stunden Hilfe monatlich für Gartenarbeit, Rasenmähen, Einkaufen oder Kochen, jedoch keine Pflegeleistungen -, während die Studierenden lediglich die anteiligen Nebenkosten für Strom, Wasser und Heizung tragen). Herkunft der Frage: Deutsches Studierendenwerk „Wohnen für Hilfe“ (Quelle).

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Nils Puhlmann Ihr Ansprechpartner

Ich kaufe und vermiete selbst Wohnungen in Freiburg und München und kenne die Fragen rund um Wert, Mieter und Verkauf aus eigener Erfahrung. Mit diesem Angebot möchte ich Familien helfen, in Ruhe die passende Entscheidung zu treffen, statt sie zu einem schnellen Verkauf zu drängen.