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Todesfall

Todesfall in Bremen: Was ist in den ersten Tagen zu tun?

Herausgegeben von Wohin mit dem Elternhaus

Ein Sterbefall in der Stadtgemeinde Bremen muss spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag beim Standesamt des Sterbeortes angezeigt werden, wofür das Standesamt Bremen-Mitte (Hollerallee 79, 28209 Bremen) und das Standesamt Bremen-Nord (Gerhard-Rohlfs-Straße 62, 28757 Bremen) zuständig sind. Die erste Sterbeurkunde kostet in Bremen 15,00 € (für Sozialversicherungszwecke gebührenfrei) und jede weitere gleichzeitig bestellte Ausfertigung 8,00 € bei einer angegebenen Bearbeitungsdauer von 5 Arbeitstagen.

Was gilt in Bremen im Einzelnen?

Das Bremische Gesetz über das Leichenwesen (Drs. 19/1029) schreibt ein zweistufiges Verfahren aus unverzüglicher ärztlicher Todesfeststellung (spätestens binnen 6 Stunden) und anschließender qualifizierter äußerer Leichenschau vor. Jede Leiche ist innerhalb von 36 Stunden nach Todeseintritt in eine Leichenhalle zu überführen (Ausnahme auf Antrag bis 72 Stunden) und zum frühestmöglichen Zeitpunkt, in der Regel jedoch erst 48 Stunden nach Todeseintritt, zu bestatten.

Bestattungspflichtig sind nach § 16 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 des Bremischen Leichengesetzes nacheinander Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, volljährige Kinder, Eltern und volljährige Geschwister; wird kein Bestattungsantrag gestellt, veranlasst die zuständige Behörde spätestens 10 Tage nach Einlieferung in die Leichenhalle (bei Urnen 1 Monat nach Einäscherung) die ordnungsbehördliche Bestattung auf Kosten der Pflichtigen.

Welche Zahlen und Regeln gelten in Bremen?

Alle Angaben stammen aus amtlichen Quellen. Der Link führt jeweils zur Fundstelle.

AngabeWertStandQuelle
Standesamt Bremen-Mitte: Anschrift, Telefon und ÖffnungszeitenHollerallee 79, 28209 Bremen, Telefon 0421 115; Öffnungszeiten Mo 08:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr, Di, Do, Fr 08:00 bis 13:00 Uhr2026-11Quelle
Standesamt Bremen-Nord: Anschrift, Kontakt und ÖffnungszeitenGerhard-Rohlfs-Str. 62, 28757 Bremen, Telefon 0421 115, Fax 0421 361-79383; Öffnungszeiten Mo 08:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 15:00 Uhr, Di, Do, Fr 08:00 bis 13:00 Uhr2026-11Quelle
Gesetzliche Frist zur Anzeige des Sterbefalls beim StandesamtSpätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag beim Standesamt des Sterbeortes (§ 28 PStG)2026-11Quelle
Gebühr für Sterbeurkunden in BremenErste Sterbeurkunde 15,00 € (0,00 bis 15,00 €), jede weitere gleichzeitig bestellte Sterbeurkunde 8,00 € (0,00 bis 8,00 €); Bar- oder Kartenzahlung vor Ort möglich2026-11Quelle
Bearbeitungsdauer der Sterbeurkundenausstellung beim Standesamt Bremen5 Arbeitstage2026-11Quelle
Frist zur ärztlichen Todesfeststellung (§ 3 Abs. 1 Satz 2 Bremisches Leichengesetz)Unverzüglich, spätestens jedoch 6 Stunden nach der Aufforderung2017-04-25Quelle, S. 3
Überführungsfrist in eine Leichenhalle (§ 7 Abs. 1 Bremisches Leichengesetz)Innerhalb von 36 Stunden nach Todeseintritt (bei späterem Auffinden unverzüglich); auf Antrag Verlängerung auf bis zu 72 Stunden möglich2017-04-25Quelle, S. 6
Bestattungsfrist im Land Bremen (§ 16 Abs. 1 Bremisches Leichengesetz)Zum frühestmöglichen Zeitpunkt, jedoch in der Regel erst 48 Stunden nach Eintritt des Todes2017-04-25Quelle, S. 13
Gesetzliche Rangfolge der Bestattungspflichtigen (§ 16 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Bremisches Leichengesetz)1. Ehegatte/Ehegattin, 2. eingetragene/r Lebenspartner/in, 3. Partner/in einer eheähnlichen Gemeinschaft, 4. volljährige Kinder, 5. Eltern, 6. volljährige Geschwister2017-04-25Quelle, S. 4
Frist für ordnungsbehördliche Bestattung und Gesamtschuldnerhaftung (§ 16 Abs. 2 Satz 2 bis 4 Bremisches Leichengesetz)Behördliche Bestattung spätestens 10 Tage nach Einlieferung in die Leichenhalle (bei Urnen 1 Monat nach Einäscherung), wenn kein Bestattungsantrag gestellt wird; Pflichtige haften als Gesamtschuldner für die Kosten2017-04-25Quelle, S. 13
Bußgeldrahmen bei Verstößen gegen das Bremische Leichengesetz (§ 21 Abs. 2)Geldbuße bis zu 25.000 € bei Ordnungswidrigkeiten2017-04-25Quelle, S. 17
Ausbringung von Totenasche außerhalb von Friedhöfen in Bremen (§ 4 Abs. 1a Bestattungsgesetz Bremen)Bei schriftlicher Verfügung der verstorbenen Person auf festgelegten privaten oder städtischen Grundstücken im Land Bremen mit behördlicher Genehmigung zulässig2025-05-05Quelle, S. 23

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Welche Stellen sind in Bremen zuständig?

  • Standesamt Bremen-Mitte Adresse: Hollerallee 79, 28209 Bremen Telefon: 0421 115 Öffnungszeiten: Montag 08:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr, Dienstag, Donnerstag, Freitag 08:00 bis 13:00 Uhr [Website] (Quelle)
  • Standesamt Bremen-Nord Adresse: Gerhard-Rohlfs-Str. 62, 28757 Bremen Telefon: 0421 115, Fax: 0421 361-79383 Öffnungszeiten: Montag 08:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 15:00 Uhr, Dienstag, Donnerstag, Freitag 08:00 bis 13:00 Uhr [Website] (Quelle)

Was ist in Bremen anders als anderswo?

Zweistufige qualifizierte Leichenschau in Bremen: Seit dem Inkrafttreten des Bremischen Gesetzes über das Leichenwesen am 01.08.2017 trennt Bremen zwischen der ärztlichen Todesfeststellung (binnen 6 Stunden, § 3) und der obligatorischen qualifizierten äußeren Leichenschau durch speziell geschulte Leichenschauärzte (§ 8). Im Gegenzug entfällt in Bremen die in anderen Bundesländern übliche zweite Leichenschau im Krematorium vor der Einäscherung (Quelle).

Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft sind gesetzlich bestattungspflichtig: In Bremen stehen Partner einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft in der gesetzlichen Rangfolge der Bestattungspflichtigen (§ 16 Abs. 2 Satz 1 i.V.m. § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Bremisches Leichengesetz) an dritter Stelle direkt nach Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern und noch vor den volljährigen Kindern der verstorbenen Person (Quelle).

10-Tages-Eingreiffrist statt starrer Höchstbestattungsfrist: Anstelle einer starren Höchstfrist in Tagen ab Todeseintritt bestimmt § 16 Abs. 1 und 2 des Bremischen Leichengesetzes, dass innerhalb von 36 Stunden die Überführung in eine Leichenhalle erfolgen muss und die Behörde spätestens 10 Tage nach Einlieferung in die Leichenhalle (bei Urnen 1 Monat nach Einäscherung) die Bestattung veranlasst, sofern kein Bestattungsantrag vorliegt (Quelle).

Liberales Bestattungsrecht (Ascheverstreuung und Mensch-Tier-Gräber): Als einziges Bundesland erlaubt Bremen nach § 4 Abs. 1a des bremischen Friedhofs- und Bestattungsgesetzes bei schriftlicher Verfügung des Verstorbenen die Ausbringung von Totenasche auf geeigneten privaten oder städtischen Grundstücken außerhalb von Friedhöfen sowie seit der Gesetzesnovelle 2025 die Beisetzung von eingeäscherten Heimtieren als Grabbeigabe nach § 4 Abs. 5 (Quelle).

Wie gehen Sie in Bremen am besten vor?

  1. Ärztin oder Arzt für die Leichenschau rufen und den Totenschein ausstellen lassen.
  2. Den Sterbefall beim Standesamt beurkunden lassen und gleich mehrere Sterbeurkunden bestellen.
  3. Klären, wer bestattungspflichtig ist, und ein Bestattungsunternehmen beauftragen.
  4. Ein gefundenes Testament beim Nachlassgericht abliefern.
  5. Das Haus sichern: Versicherung informieren, Heizung im Winter nicht abstellen, Post umleiten.

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Häufige Fragen

Welches Standesamt stellt in Bremen die Sterbeurkunde aus und was kostet sie?

Zuständig ist das Standesamt des Sterbeortes (Standesamt Bremen-Mitte in der Hollerallee 79 oder Standesamt Bremen-Nord in der Gerhard-Rohlfs-Straße 62). Die erste Sterbeurkunde kostet 15,00 €, jede weitere gleichzeitig bestellte Ausfertigung 8,00 € (Quelle).

Bis wann muss ein Todesfall beim Standesamt in Bremen gemeldet werden?

Spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag; stirbt jemand zu Hause, übernimmt in der Regel das beauftragte Bestattungsunternehmen die Anzeige, bei Sterbefällen im Krankenhaus die Klinikverwaltung (Quelle).

Wie lange darf eine verstorbene Person in Bremen im Elternhaus aufgebahrt bleiben?

Nach Ausstellung der Todesbescheinigung muss die Überführung in eine Leichenhalle grundsätzlich innerhalb von 36 Stunden nach Todeseintritt erfolgen; auf Antrag kann die Frist bei ärztlicher Unbedenklichkeitsbescheinigung auf bis zu 72 Stunden verlängert werden (Quelle).

Wer muss in Bremen für die Bestattung sorgen und die Bestattungskosten tragen, wenn ich das Erbe ausschlage?

Die öffentlich-rechtliche Bestattungspflicht nach § 16 Abs. 2 Bremisches Leichengesetz besteht unabhängig von der Erbenstellung und trifft nacheinander Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft, volljährige Kinder, Eltern und volljährige Geschwister als Gesamtschuldner (Quelle).

Wann veranlasst das Ordnungsamt in Bremen eine Bestattung von Amts wegen?

Wird für eine in eine Leichenhalle eingelieferte Leiche kein Antrag auf Bestattung gestellt, veranlasst die zuständige Behörde spätestens 10 Tage nach Einlieferung (bei Urnen 1 Monat nach der Einäscherung) die Bestattung und fordert die Kosten von den Bestattungspflichtigen zurück (Quelle).

Warum kommen in Bremen bei einem Todesfall zu Hause zwei verschiedene Ärzte?

Bremen praktiziert ein zweistufiges Verfahren: Der zuerst gerufene Arzt stellt binnen 6 Stunden den Tod fest (§ 3), anschließend führt ein speziell qualifizierter Leichenschauarzt die eingehende äußere Leichenschau (§ 8) durch (Quelle).

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Nils Puhlmann Ihr Ansprechpartner

Ich kaufe und vermiete selbst Wohnungen in Freiburg und München und kenne die Fragen rund um Wert, Mieter und Verkauf aus eigener Erfahrung. Mit diesem Angebot möchte ich Familien helfen, in Ruhe die passende Entscheidung zu treffen, statt sie zu einem schnellen Verkauf zu drängen.