# Wie viel Arbeit haben die Nachlassgerichte?

2024 gingen bei den Amtsgerichten 649.299 Testamentssachen und 739.146 sonstige Nachlasssachen ein, zusammen 1.388.445. Zeitreihe seit 2018 aus der Justizstatistik des Bundesamts für Justiz.

URL: https://wohin-mit-dem-elternhaus.de/daten/nachlassgerichte/
Herausgeber: Wohin mit dem Elternhaus

Bei den deutschen Amtsgerichten gingen 2024 zusammen 1.388.445 neue Nachlasssachen ein: 649.299 Testamentssachen, etwa die Eröffnung von Testamenten, und 739.146 sonstige Nachlasssachen, darunter Erbscheinsanträge und Ausschlagungen. Das ist etwa so viel wie 2018. Zahlen zur Dauer eines Erbscheinsverfahrens veröffentlicht keine Statistik.

## Was sind die wichtigsten Zahlen?

1. 2024 gingen bei den Amtsgerichten 649.299 Testamentssachen ein, Registerzeichen IV. *Amtlich.* [1]
2. Dazu kamen 739.146 sonstige Nachlasssachen, Registerzeichen VI, etwa Erbscheine, Ausschlagungen und Nachlasspflegschaften. *Amtlich.*
3. Zusammen sind das 1.388.445 Nachlasssachen in einem Jahr, bei rund einer Million Sterbefällen. *Eigene Rechnung.*
4. Seit 2018 schwankt die Summe zwischen 1,33 und 1,42 Millionen im Jahr. *Eigene Rechnung.*
5. Nordrhein-Westfalen hat 129 Amtsgerichte, Bayern 73. Nachlasssachen bearbeitet in der Regel das Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen. *Amtlich.* [2]
6. In Baden-Württemberg führen seit der Grundbuchreform nur noch 13 Amtsgerichte die Grundbücher, nicht mehr jede Gemeinde. *Amtlich.*

## Wie hat sich die Zahl der Nachlasssachen entwickelt?

| Jahr | Testamentssachen (IV) | sonstige Nachlasssachen (VI) | zusammen |
|---|---|---|---|
| 2018 | 614.687 | 764.040 | 1.378.727 |
| 2019 | 605.861 | 762.046 | 1.367.907 |
| 2020 | 611.795 | 738.368 | 1.350.163 |
| 2021 | 605.846 | 785.230 | 1.391.076 |
| 2022 | 604.242 | 811.750 | 1.415.992 |
| 2023 | 654.480 | 671.943 | 1.326.423 |
| 2024 | 649.299 | 739.146 | 1.388.445 |

Quelle: Bundesamt für Justiz, Geschäftsentwicklung bei den Amtsgerichten 1995 bis 2024 [1]

## Was die Zahlen nicht sagen

- Gezählt sind neu eingegangene Verfahren, nicht Menschen. Ein Erbfall kann mehrere Verfahren auslösen, etwa eine Testamentseröffnung und einen Erbscheinsantrag.
- Ab 2023 erfasst die Statistik zwei Unterpositionen nicht mehr. Der Rückgang 2023 ist deshalb teilweise eine Folge der Zählweise.
- Das Bundesamt für Justiz veröffentlicht nur Bundessummen. Wie lange ein Erbschein beim einzelnen Gericht dauert, steht in keiner amtlichen Statistik.

## Was heißt das für das Elternhaus?

Wer ein Haus erbt, braucht für das Grundbuch meist einen Erbschein oder ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll. Den Erbschein beantragen Sie beim Nachlassgericht oder über einen Notar. Wer ist in meiner Stadt zuständig? Das steht auf den Stadtseiten, etwa [Nachlassgericht und Erbschein in Freiburg](/freiburg/nachlassgericht-erbschein/). Was der Erbschein kostet, zeigt die Studie [Was kosten Erbschein, Grundbuch und Notar?](/daten/gebuehren-erbschein-grundbuch-notar/).

## Daten herunterladen

- [Nachlasssachen 2018 bis 2024 (CSV)](/daten/nachlasssachen-zeitreihe.csv)

## Wie zitiere ich diese Studie?

Wohin mit dem Elternhaus, Datenstudie „Wie viel Arbeit haben die Nachlassgerichte?“, Stand 2024, auf Basis der Justizstatistik des Bundesamts für Justiz.

**Weiterlesen**

- [Haus geerbt: Was ist jetzt zu tun?](/ratgeber/haus-geerbt/)
- [Wie viele Menschen hinterlassen ein Testament?](/daten/testamente/)
- [Alle Datenstudien](/daten/)

## Quellen

1. Bundesamt für Justiz, Geschäftsentwicklung bei den Amtsgerichten 1995 bis 2024: https://www.bundesjustizamt.de/SharedDocs/Downloads/DE/Justizstatistiken/Geschaeftsentwicklung_Amtsgerichte.pdf
2. Bundesamt für Justiz, Gerichte des Bundes und der Länder: https://www.bundesjustizamt.de/SharedDocs/Downloads/DE/Justizstatistiken/Gerichte_Bund_Laender.pdf
